Unizeitung
TU Dresden · 1.1.1970

Wie Mensch und KI zusammen kreativ werden: Forschungsprojekt „The Answering Machine“ endet mit Symposium und öffentlichen Veranstaltungen

Das Künstlerische Forschungsprojekt „The Answering Machine“ untersucht das Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und menschlichem Improvisationstalent. Das von der Volkswagen Stiftung geförderte interdisziplinäre Vorhaben startete im Jahr 2022 und kommt nun mit einem Abschlusssymposium im Deutschen Hygiene-Museum Dresden und drei öffentlichen Veranstaltungen zum Ende. Durch die rasante Entwicklung generativer KI in diesen vier Jahren konnte das Projektteam Ergebnisse erzielen, die am Anfang nie für möglich gehalten wurden. Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) verändert derzeit grundlegend das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie. Ihre gesellschaftliche Bedeutung wird vielfach mit der Erfindung des Buchdrucks verglichen: Als Wissens- und Kommunikationsmedium kann sie neue Formen des Denkens, Lernens und Zusammenarbeitens ermöglichen – vorausgesetzt, ihre Entwicklung und Nutzung werden aktiv und verantwortungsvoll gestaltet. Genau hier setzt das interdisziplinäre Forschungsprojekt The Answering Machine an. Es wird von der Technischen Universität Dresden, der Zürcher Hochschule der Künste, der Universität Stuttgart und der Eberhard Karls Universität Tübingen getragen und von der VolkswagenStiftung gefördert. Stefan Scherbaum, Professor für Methoden der Psychologie und Kognitive Modellierung an der TU Dresden, untersuchte im Projekt die psychologischen Aspekte hinter der Mensch-Maschine-Interaktion: „Das Projekt fällt in die Zeit eines historischen Umbruchs. Zum Projektstart wussten wir, dass die von uns geplanten Interaktionsszenarien am Rande des Machbaren geplant waren: Bühnenperformances, in denen ein Schauspieler der KI seine Stimme und seinen Körper zur Verfügung stellt. Wir starteten mit klassischen Chatbots, die zum Beispiel in den Demoperformances sehr kreative, aber doch oft abwegige Dialoge produzierten. Dann kam ChatGPT und wir durften live miterleben, wie sich die Technologie von Woche zu Woche verbesserte und uns so im Projekt Fortschritte und Interaktionsszenarien ermöglichte, an die niemand zu Projektbeginn zu denken gewagt hätte. Auf diese Weise konnten wir co-kreative Prozesse zwischen Mensch und Maschine auf viel umfangreichere Art untersuchen, als ursprünglich geplant war. Es war ein Privileg, in genau dieser Zeit zu diesem Thema forschen zu dürfen und an den Entwicklungen hautnah teilhaben zu dürfen.“ Zum Abschluss des Projekts findet am 25. und 26. März 2026 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden das internationale Symposium „Teaming Up with Generative AI: From Tool Use to Partnership“ statt. Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Praktiker:innen aus unterschiedlichen Disziplinen kommen zusammen, um zu diskutieren, wie generative KI nicht als Ersatz, sondern als Partner menschlicher Fähigkeiten gedacht werden kann – im Sinne eines zeitgemäßen, erweiterten Humanismus. Begleitet wird das Symposium von drei öffentlichen Veranstaltungen, bei denen das Publikum die Interaktion von Mensch und KI live miterleben kann. Die Aufführungen finden in deutscher Sprache statt. Weitere Informationen: www.theansweringmachine.de Termine der öffentlichen Abendperformances: 24.3.2026, 20:00 Uhr Projekttheater Dresden „Humanize Me“ (Tickets) 26.3.2026 19:30 Uhr Hygienemuseum „Erinnerungen an meine Zeit als Mensch“, inkl. Paneldiskussion (Ausverkauft, eventuell noch Restkarten) 27.3.2026 19:30 Uhr Kulturhafen Dresden „Von der Wiege bis zur Bahre - Chatbots, Agents, Avatare“ (Tickets) Kontakt: Prof. Stefan Scherbaum Professur für Methoden der Psychologie und kognitive Modellierung Tel.: +49 (0) 351 463 33 258 E-Mail: Stefan.Scherbaum@tu-dresden.de | answeringmachine@tu-dresden.de Philipp Graffe Projektkoordinator | The Answering Machine TU Dresden E-Mail: philipp.graffe@mailbox.tu-dresden.de
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